Theater Chaosium Kassel/D, Deutschland

Das Theater Chaosium ist ein soziokulturelles Projekt, das in unterschiedlichen Formen seit 1986 in Kassel existiert. Chaosium richtet sich an Menschen mit und ohne Psychiatrie- und Psychoseerfahrungen. Ausgangspunkt ist die Vorstellung, es sollte in dieser Gesellschaft für eben diese Personengruppe Freiräume geben, in denen sie ihre Kreativität und ihre ästhetischen Ausdrucksformen suchen und entfalten können. Das Theater Chaosium tut dies mit den Mitteln des Theaters. Im Vordergrund steht die künstlerischen Auseinandersetzung mit einem gemeinsam gewählten Thema und ein regelmäßiges Theatertraining. Die Arbeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Körper-, Bewegungs-, Stimmarbeit, szenischem Spiel und Improvisation.

Chaosium arbeitet in zwei Gruppen, die sich je einmal pro Woche für ca. drei Stunden treffen:

Das Chaosium Dienstagsprojekt bietet eine Arbeit im geschütztem Rahmen, die auf Präsentationen vor vertrautem Publikum hinarbeitet.

Die Theatergruppe Chaosium bietet Raum zur intensiven Auseinandersetzung mit Theater, fordert und fördert Eigeninitiative und ein sich Einlassen auf langwierige Entstehungsprozesse eines Stückes. Die Theatergruppe Chaosium erarbeitet im Jahr 1 bis 2 Stücke, die dann in Kassel, sowie in verschiedenen Städten der Bundesrepublik gezeigt werden.

In der Regel werden keine festen Stücke inszeniert. Die Stücke des Theater Chaosium entstehen aus Improvisationen. In einer umkreisenden Suche um ein von der Gruppe gewähltes Thema entstehen Szenen und szenische Fragmente, die dann in einem Collageprinzip zum Stück montiert werden.

Diese Form ein Stück zu erarbeiten und zur Aufführung zu bringen, ermöglicht den Gruppenmitgliedern, eigene Ideen, persönliche Erfahrungen und Darstellungsformen in Auseinandersetzung mit der Gruppe zu entwickeln und in eine szenische Form zu bringen. Die einzelnen Gruppenmitglieder entscheiden für sich, ob und in welcher Form sie in ein Stück eingebunden sein möchten.

Das Anliegen von Chaosium ist es, eine Eigenverantwortlichkeit der SpielerInnen zu ermöglichen und zu fördern, gleichzeitig der Tatsache Rechnung tragend, dass Menschen mit einer teilweise labilen oder schwierigen persönlichen Situation, nicht immer in der Lage sind, sich den Anforderungen an persönliche Präsenz in einer theatralen Aufführungssituation zu stellen.